Coronavirus: Hamstern für den Ernstfall

Am 02.03.2020 veröffentlicht

Mittlerweile gibt es elf bestätigte Corona-Fälle bei uns in Hessen. Und die Angst zeigt sich mittlerweile auch im Alltag: Die ersten Supermarktregale sind leergekauft - die Menschen hamstern Nudeln, Brot und Konserven. Doch ist das sinnvoll oder schlicht Panik? Sarah Thömmes hat nachgefragt.

Das Coronavirus hat auch Frankfurt am Main erreicht. Am späten Samstagabend waren insgesamt vier weitere Infektionen bestätigt worden, so teilte Sozialministerium in Wiesbaden auf seiner Internetseite mit. Betroffen seien drei Männer aus der Mainmetropole und eine Frau aus dem Landkreis Groß-Gerau.Die aktuellsten Fälle kommen aus dem Lahn-Dill-Kreis und aus dem Kreis Bergstraße, wie das Sozialministerium am späten Sonntagabend mitteilte.

Mögliche Kontaktpersonen werden überprüft

Bei allen vier neuen Fällen lägen bisher keine schweren Symptome vor, sagte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums, Alice Engel, am Sonntag. Ein 1988 geborener Frankfurter sei im Krankenhaus isoliert. Ein anderer Frankfurter (1992 geboren) sei seit Freitag in häuslicher Quarantäne und werde engmaschig vom Gesundheitsamt betreut. Die Frau (1979 geboren) sei bereits seit Donnerstag zu Hause in Quarantäne. Bei allen Infizierten wurden mögliche Kontaktpersonen nachverfolgt.

Diese beiden Männer und die Frau stünden im Zusammenhang mit dem seit Donnerstag bekannten Fall in Wetzlar, hatte Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) im Nachrichtendienst Twitter mitgeteilt. Der dritte Mann aus Frankfurt ist 1989 geboren. Sein Fall stehe im Zusammenhang mit einer Italienreise. Derzeit prüften die Gesundheitsämter in allen vier Fällen, ob es Kontaktpersonen gibt.

Der Landkreis Gießen hatte am Samstagabend zunächst die Infektion eines 1992 geborenen Mannes aus Gießen gemeldet. Er stamme aus dem Landkreis Gießen und sei der Mitbewohner der erkrankten 24-Jährigen, deren Infektion am späten Freitagabend bestätigt wurde. Die anderen beiden Betroffenen sind der 31-Jährige aus Wetzlar (Lahn-Dill-Kreis) sowie ein 29-Jähriger aus dem Hochtaunuskreis.

Montagsdemo am Flughafen abgesagt

Die wöchentliche Montagsdemonstration ist aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus abgesagt worden. Deutschlands größter Airport stelle "eine Gefahrenquelle bei der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten dar", begründeten die Organisatoren die Entscheidung. Seit der Inbetriebnahme der Nordwest-Landebahn im Jahr 2011 ruft das Bündnis der Bürgerinitiativen (BBI) zu den Demos auf. Woche für Woche kommen rund 250 Protestler. 

Einfache Schutzmaßnahmen beachten

Als Schutzmaßnahme (auch vor der Grippe) rät das Hessische Sozialministerium dazu, weiterhin einfache Hygieneregeln zu beachten:

  • In die Armbeuge husten oder niesen,

  • Einmaltaschentücher verwenden und diese nach jedem Gebrauch entsorgen,

  • Händeschütteln vermeiden,

  • gründliches und regelmäßiges Händewaschen

  • nicht mit den Händen die Nasen-, Mund- und Augenschleimhaut berühren (zum Beispiel nach Festhalten an Griffen in Bussen oder Benutzen von Türgriffen, die von vielen angefasst werden),

  • grundsätzlich eigene Gläser und Besteck benutzen

  • und wie immer in der Erkältungszeit wenn möglich Menschenansammlungen meiden.

Hessen schaltet Hotline

Das Sozialministerium klärt jetzt auf seiner Webseite in einem FAQ über den Coronavirus auf. Zudem gibt es jetzt eine hessenweite Hotline, die Fragen rund um den Virus klären soll. Erreichbar ist die Hotline unter der Nummer 0800/5554666.

Quelle: dpa

Empfohlene Kanäle