Stadträtin spricht von "Betrug": Awo muss 900.000 Euro zahlen

Am 26.11.2020 veröffentlicht

Trickreich verbuchte Nebentätigkeiten, künstlich in die Höhe getriebene Abrechnungen - die Stadt Frankfurt hat eine Auswertung des AWO-Skandals veröffentlicht.

Die skandalgeschüttelte Frankfurter Arbeiterwohlfahrt soll mit ihren Kindergärten mehr als 900 000 Euro unterschlagen haben. Das gehe aus dem Gutachten eines von der Stadt beauftragten Wirtschaftsprüfers hervor, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber am Donnerstag in Frankfurt.

Die ehemalige Führung des Frankfurter Kreisverbandes habe 2017 und 2018 Pauschalen für Kindergartenplätze zweck- und rechtswidrig verbucht, statt sie der Stadt zurückzuzahlen, sagt die SPD-Politikerin. Nebentätigkeiten des damaligen Geschäftsführers wurden den Angaben zufolge nicht ordnungsgemäß berechnet. Verwaltungskostenpauschalen wurden künstlich erhöht. Dazu wurde laut Weber das gesamte EDV-System der Awo manipuliert.

"Persönliche Bereicherung"

Die Stadträtin sprach von einer "betrügerischen Abrechnung": "Hier haben sich einige wenige Mächtige auf Kosten der Allgemeinheit und zum Schaden der gesamten Arbeiterwohlfahrt eiskalt und vorsätzlich persönlich bereichert." Weber kündigte an, weitere Abrechnungen zu kontrollieren.

Die Awo will das Geld jedoch nicht ohne weiteres zurückzahlen. Gegen eine am 19. November zugestellte Forderung habe man Widerspruch eingelegt und Akteneinsicht beantragt, teilte der Kreisverband am Donnerstag mit.

Auch die AWO in Wiesbaden macht derzeit Schlagzeilen. Mehr dazu im Video.

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