Achtung, Nebenwirkungen!: Was Sie bei Schmerzmitteln unbedingt beachten sollten

Am 04.03.2020 veröffentlicht

Der Kopf tut weh, der Rücken zwickt: Jeder wünscht sich in solchen Situationen, dass die Schmerzen einfach aufhören. Dafür greifen auch wir Hessen schnell mal zum Schmerzmittel - oft allerdings zu schnell. Viele freiverkäufliche Medikamente schneiden zwar in Tests gut ab, dennoch sind die Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen. Mareike Luft und Pascal Wede klären Sie in diesem Video auf.

Schmerz erfüllt den Zweck, dass wir auf eine Erkrankung oder Verletzung hingewiesen werden. Im Normalfall vergeht er mit der Heilung wieder, aber bist dahin möchten wir ihn so wenig wie möglich spüren - und greifen zu Schmerzmitteln.  

Nebenwirkungen bei freiverkäuflichen und rezeptpflichtigen

Die Weltgesundheitsorganistaion (WHO) unterscheidet bei Schmerzmitteln in

  • Nicht-Opioide (wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure, Paracentamol -oft freiverkäuflich),
  • schwache Opioide (wie Codein, Tramadol, Tilidin)
  • starke Opioide (wie Morphin, Buprenorphin, Fentanyl, Oxycodon)

Laut Stiftung Warentest sind viele der getesteten Medikamente hilfreich und geeignet, jedoch sind die Nebenwirkungen zu beachten. Bei nicht-opioiden Wirk­stoffen stehen körperliche Schäden im Vordergrund; bei Opioiden geht es vor allem – wenn auch nicht nur – um psychische Folgen

Manche Wirkstoffe erhöhen zudem laut neueren Studien das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, darunter auch Ibuprofen und noch stärker Diclofenac.
Acetylsalicylsäure (ASS), auch als Aspirin bekannt, hingegen schlägt vor allem auf den Magen.
Ein weiteres beliebtes freiverkäufliches Schmerzmittel, Paracetamol, wirkt über etwas andere Mechanismen und kann im Übermaß ernste Leberschäden nach sich ziehen.

Keine Langzeittherapie mit Schmerzmitteln

Die Experten warnen: Schmerzmittel können im Langzeiteinsatz durch den Gewöhnungseffekt unwirksam werden oder sogar selbst Schmerzen verursachen. Stiftung Warentest rät, Schmerzmittel ohne ärzt­lichen Rat höchs­tens vier Tage am Stück und zehn Tage im Monat zu nehmen.
Auf keinen Fall sollten Sie Schmerzmittel vorbeugend nehmen.

Von Kombimitteln wie Spalt, Neuralgin oder Thomapyrin raten die Tester wie auch viele Apotheker eher ab, da die Kombination von Wirkstoffen keinen zusätzlichen therapeutischen Vorteil biete, aber ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen.

Empfohlene Kanäle