Gefahr im Herbst: So verhalten Sie sich bei Wildwechsel richtig

Am 14.10.2019 veröffentlicht

Alle 2,5 Minuten kollidiert in Deutschland laut des Deutschen Jagdverbandes (DJV) ein Reh, ein Wildschwein oder ein Hirsch mit einem Fahrzeug. Besonders im Herbst, wenn die Tage kürzer werden, ist an Wald- und Wiesenrändern besondere Vorsicht geboten. Doch warum gibt es gerade zu dieser Jahreszeit so häufig Wildwechsel? Wie verhalte ich mich Ernstfall? Und was soll ich tun, wenn es doch zu einem Unfall kam? Wir haben Tipps für Sie.

Die größte Gefahr droht an unübersichtlichen Wald- und Feldrändern in der Dämmerung. Besonders im Berufsverkehr, der während der Dämmerung beginnt, sollte man besonders vorsichtig sein. Die Tiere sind im Herbst besonders aktiv: Das Futter wird weniger, dadurch müssen auf der Suche nach Nahrung längere Strecken zurückgelegt werden. Dabei wird meistens der kürzeste Weg gewählt, auch wenn dieser über eine befahrene Straße führt. Zudem beginnt im Herbst die Paarungszeit, und auch die Suche nach einem passenden Partner führt oftmals über Land- oder Bundesstraßen.

Geschwindigkeit anpassen und vorausschauend fahren

Weder Wildwarnreflektoren noch andere technische Maßnahmen bieten einen zuverlässigen Schutz vor Wildunfällen. Deshalb sollten alle Verkehrsteilnehmer vorausschauend fahren und die Geschwindigkeit anpassen. Bei Tempo 80 kann ein Fahrzeug noch rechtzeitig zum Stehen gebracht werden, wenn in 60 Meter Entfernung ein Wildtier auf die Straße springt. Bei Tempo 100 gelingt das nicht mehr.

Das richtige Fahrverhalten entscheidet

Fuß vom Gas, ausreichend Abstand zum Vordermann und den Fahrbahnrand beobachten. Das Verkehrsschild "Wildwechsel" warnt auf vielen Straßen vor der Unfallgefahr, doch nicht überall markieren Schilder Gefahrenbereiche. Befindet sich ein Tier bereits auf der Fahrbahn oder am Fahrbahnrand, sollten Autofahrer bremsen, das Fernlicht ausschalten und durch Hupen versuchen, das Wild zu vertreiben. Mit den Scheinwerfern aufzublenden, bewirkt eher das Gegenteil: Das grelle Licht irritiert die Tiere, sie verlieren die Orientierung. Quert ein Reh oder Wildschwein die Fahrbahn, immer daran denken: Ein Tier kommt selten allein. Meist sind "Nachzügler" nicht weit.

Wildwechsel? Vollbremsung!

Wenn ein Zusammenstoß trotz vorsichtiger Fahrweise nicht zu vermeiden ist, auf keinen Fall unkontrolliert ausweichen. Die Gefahren für sich selbst (z.B. durch Baumaufprall) und den Gegenverkehr oder nachfolgenden Verkehr sind bei Ausweichmanövern in der Regel gefährlicher als der Zusammenstoß mit dem Wild. Sicherer ist es, so stark wie möglich zu bremsen und im Moment des Aufpralls das Lenkrad gut festzuhalten.

Unfallstelle absichern und Hilfe rufen

Ist es zu einem Unfall gekommen: Fahrzeug am Straßenrand abstellen, Warnblinkanlage einschalten, zum eigenen Schutz Warnweste anlegen und Warndreieck aufstellen. Sind Personen verletzt, sollte Erste Hilfe geleistet und die Rettung gerufen werden (Notruf 112). Auch die Polizei (Notruf 110) oder der Jagdpächter (bzw. das nächste Forstamt) müssen zügig informiert werden. Diese stellen die Wildunfallbescheinigung aus, die der Autofahrer zur Schadenregulierung mit der Versicherung benötigt.

Quelle: ADAC

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